Typo-Seminar: Wolfgang Beinert – Gott und Verfasser von typolexikon.de

„Ich habe immer Recht“ W.B.

Guten Morgen Liebe Leser,

ich habe gestern in mein Können investiert – ich habe das Büro geschlossen und bin nach München gedüst zu einem Seminar. Weiterbildung ist enorm wichtig, um nicht auf dem Fleck stehen zu bleiben, und da ich das Gefühl habe, dass momentan die ganzen Regeln der Typografie über den Haufen geschmissen werden (max. 3 unterschiedliche Schriften, möglichst alle aus der gleichen Font-Familie gilt schon lange nicht mehr) habe ich mir gedacht, lass Dir von einem Profi die Neuigkeiten erklären und erzählen.

Angekommen – Begrüßung sehr legere; von einem Mittfünfziger gleich per DU – hm??? (ich muss dazu sagen, ich bin auch kein junges Kücken mehr 😉

Ganz prima: absolut freie Rede, immer wieder durch persönliche Geschichten aufgelockert (Storytelling). Wunderbar, damit konnte man die Schulsituation (harte Stühle, keine freie Sicht auf die Powerpointpräsentation …) einiger Maßen ertragen; es war tatsächlich echt kurzweilig – Daumen hoch!

Leider bediente Herr B. sich dem Tool: Ihr seid doof, ich bin Gott und habe immer Recht – echt jetzt? ich mag das schon bei Comedian nicht, wenn Sie Ihr Publikum beschimpfen und Beleidigen – noch weniger von einem Referenten. Der Rest der Zuhörer war sehr angetan – o.k. sie waren fast alle grad geschlüpft, um mich meinem Bild des Kücken wieder zu bedienen – wahrscheinlich bin ich einfach zu alt für diese Art der Wissensvermittlung.

Es stellte sich dann aber raus, dass es absolut passte: ich fühlte mich wie im Grafikstudium: ich habe erfahren, wie ein Buchstabe aufgebaut ist, äh ? wie Schriften klassifiziert werden, echt jetzt? wie ich meine Schriften ordnen sollte ??? – wow – wo bleibt die Praxis?, wo die Info, welche Schrift zu welcher passt ???

und dafür habe ich mir einen Tag frei genommen? habe 400 € bezahlt – ach ja, dafür gab´s ja keine Getränke, und herrlich für meine überschüssigen Pfunde: es gab auch keine Snacks. Ein Austausch unter den Teilnehmern wurde dadurch nicht unterstützt – war das Absicht?

In einem persönlichen Gespräch sagte mir Wolfgang (wir sind ja beim DU), dass er bei gleichem Auftrag sicher das 100-fache von mir verdienen würde, da er es drauf hat (ich habe dann den Satz für mich beendet: … und du nicht – hat er so nicht gesagt).

Man sagt ja, es ist nichts umsonst, und wer weiß, vielleicht werde ich irgendwann die Früchte für diesen Tag ernten.

Ich wünsche Euch einen superschönen erfolgreichen Tag

Eure psb

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